Neue Studie · Oktober 2026
Drei von vier Schulen im Landkreis Gifhorn nennen online kein konkretes Förderangebot
Eltern suchen auf Schulwebsites nach Förderkursen, Lernzeiten und Ansprechpartnern. Die WORTLIGA-Redaktion hat im Auftrag von INGkids 68 Schulwebsites im Landkreis ausgewertet. Hier sind die Ergebnisse – kurz und verständlich.
- 75,0 %nennen online kein konkretes Förderangebot für Kernfächer
- 88,2 %ohne fachlich begleitete Hausaufgabenzeit am Nachmittag
- 75,0 %ohne direkten Kontakt zu Lehrkräften auf der Website
- 39,7 %weisen MINT-Zusatzangebote aus
Basis: 68 Schulwebsites im Landkreis Gifhorn · 8 Schulformen, davon 40 Grundschulen · Stand Oktober 2026
Auf einen Blick
Die Ergebnisse in sechs Sätzen
- 51 von 68 Schulen beschreiben auf ihrer Website kein konkretes Förderangebot in Deutsch, Mathe oder Fremdsprachen.
- 17 Schulen zeigen, wie es geht: mit festen Förderkursen, Kleingruppen oder Lernbüros im Stundenplan.
- Bei 60 von 68 Schulen gibt es am Nachmittag keine fachlich begleitete Hausaufgabenzeit.
- Nur 8 Schulen sichern eine Lernzeit zu, in der Lehr- oder Fachkräfte Aufgaben erklären – darunter 3 von 40 Grundschulen.
- An 51 von 68 Schulen erreichen Eltern die Lehrkräfte online nur über Sekretariat oder Formular.
- 27 Schulen weisen MINT-Zusatzangebote aus – an Gymnasien und Realschulen je 4 von 5, an Grundschulen 16 von 40.
Hintergrund
Warum Eltern online wenig finden
Wenn ein Kind in Mathe den Faden verliert oder mit der Rechtschreibung kämpft, hoffen Familien auf Hilfe durch die Schule. Auf den Websites finden sie dazu aber selten konkrete Angaben – oft nur allgemeine Sätze aus dem Leitbild.
Das heißt nicht, dass es an diesen Schulen keine Förderung gibt. Sie ist für Eltern online nur nicht sichtbar.
Die Schulen arbeiten unter schwierigen Bedingungen: Im Landkreis Gifhorn liegt die Unterrichtsversorgung bei 91,8 Prozent – unter dem Landesdurchschnitt von 97,2 Prozent. Fehlen Lehrkräfte, werden zuerst zusätzliche Förderstunden gestrichen, damit der Pflichtunterricht stattfinden kann.
Kapitel 1
Förderunterricht in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen
Was die Schulen auf ihrer Website zur Förderung in den Kernfächern nennen.
Gute Beispiele gibt es: Die Michael-Ende-Schule in Gifhorn bietet feste Förderkurse in Deutsch und Mathe in Kleingruppen. Die IGS Gifhorn hat Lernbüros und Förderstunden verbindlich im Stundenplan. Das Humboldt-Gymnasium nennt Förderunterricht in Mathe, Deutsch, Englisch und den zweiten Fremdsprachen.
Kapitel 2
Hausaufgaben am Nachmittag: oft nur Aufsicht
Was die Schulen auf ihrer Website zur Nachmittagsbetreuung nennen.
Wo es eine Nachmittagsbetreuung gibt, ist sie oft ausdrücklich eine Aufsichtszeit. Mehrere Schulen schreiben, dass Eltern die Hausaufgaben am Abend noch einmal kontrollieren müssen – auch das Üben für Klassenarbeiten, Lesen und Kopfrechnen liegt bei den Familien.
Nur 8 Schulen sichern eine Lernzeit zu, in der Lehr- oder Fachkräfte Aufgaben erklären – zum Beispiel die Ameisenschule Meinersen, die Grundschule Schwülper und die Oberschule Papenteich.
Kapitel 3
Direkter Kontakt zu Lehrkräften
An 51 von 68 Schulen finden Eltern auf der Website keine persönliche Dienst-E-Mail-Adresse und keine festen Sprechzeiten der Lehrkräfte. Der Weg führt über das Sekretariat – oft nur vormittags erreichbar.
Bei den Grundschulen nennen 8 von 40 direkte Kontaktdaten, etwa die Gebrüder-Grimm-Schule, die Immanuel-Schule und die Grundschule Weyhausen.
Kapitel 4
MINT: Technik und Naturwissenschaften
27 von 68 Schulen weisen Zusatzangebote wie Forscher-AGs, Robotik oder Wettbewerbe aus. An Gymnasien und Realschulen sind es je 4 von 5, an den Grundschulen 16 von 40 – etwa Forscher-AGs an der Michael-Ende-Schule oder die Code Week an der Albert-Schweitzer-Schule. An Haupt- und Förderschulen dokumentiert keine Schule ein solches Angebot.
Kapitel 5
Alle Ergebnisse nach Schulform
Gymnasien und Realschulen sind bei Nachmittagsbetreuung und MINT besser aufgestellt. Die Grundschulen – mit 40 von 68 die größte Gruppe – liegen bei Lernzeit und direktem Kontakt hinten.
| Schulform | Schulen | Konkrete Förderung | Lernzeit mit Fachkräften | Direkter Kontakt | MINT-Angebote |
|---|---|---|---|---|---|
| Grundschule | 40 | 11 (28 %) | 3 (8 %) | 8 (20 %) | 16 (40 %) |
| Gymnasium | 5 | 1 (20 %) | 2 (40 %) | 2 (40 %) | 4 (80 %) |
| Realschule | 5 | 1 (20 %) | 2 (40 %) | 2 (40 %) | 4 (80 %) |
| Hauptschule | 4 | 0 (0 %) | 0 (0 %) | 1 (25 %) | 0 (0 %) |
| Oberschule | 3 | 1 (33 %) | 1 (33 %) | 1 (33 %) | 1 (33 %) |
| Gesamtschule | 3 | 1 (33 %) | 0 (0 %) | 1 (33 %) | 1 (33 %) |
| Förderschule | 3 | 0 (0 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Berufsbildende Schule | 5 | 2 (40 %) | 0 (0 %) | 2 (40 %) | 1 (20 %) |
| Gesamt | 68 | 17 (25 %) | 8 (12 %) | 17 (25 %) | 27 (40 %) |
Kleine Schulformen mit drei bis fünf Schulen: Ein Prozentwert entspricht hier wenigen Einzelfällen.
Für Eltern
Was Sie jetzt tun können
- Fragen Sie direkt in der Schule nach Förderkursen – viele Angebote stehen nicht auf der Website.
- Klären Sie, ob die Nachmittagsbetreuung Lernzeit mit Fachkräften oder reine Aufsicht ist.
- Nutzen Sie Elternsprechtage und fragen Sie nach einem direkten Kontaktweg zur Lehrkraft.
- Warten Sie nicht bis zum Zeugnis: Lücken lassen sich früh viel leichter schließen.
INGkids – Nachhilfe in Gifhorn
Wir sind Nilüfer und Birol Gülabi, zwei Diplom-Ingenieure. Seit 2007 helfen wir Kindern aus Gifhorn und Umgebung: alle Fächer in einem Termin, höchstens 4 Schüler am Tisch, monatlich kündbar.
Methode und Grenzen
So wurde die Studie erstellt
Die WORTLIGA-Redaktion hat im Auftrag von INGkids (Nilüfer & Birol Gülabi GbR) die öffentlich zugänglichen Websites von 68 Schulen im Landkreis Gifhorn ausgewertet. Von 75 Schulstandorten im Kreisgebiet haben 68 eine eigene Website. Erhoben wurde im Oktober 2026 nach vier festen Kriterien: Förderunterricht in Kernfächern, Lernzeit am Nachmittag, direkter Kontakt und MINT-Angebote.
Was nicht in der Zahl steckt: Interne Kanäle, geschützte Bereiche auf Schulservern oder Absprachen an Elternabenden fließen nicht ein. Bietet eine Schule Förderung an, ohne sie auf der Website zu nennen, taucht sie in der Studie nicht auf.
Zitierhinweis: WORTLIGA im Auftrag von INGkids (2026): Drei von vier Schulen im Landkreis Gifhorn nennen online kein konkretes Förderangebot. wortliga.de
Kontakt zur Studie: Gidon Wagner, Gründer von WORTLIGA · gwagner@wortliga.de
